::: wir bleiben alle !! :::

Kundgebung am
ExBurgerkingStarbucksElbphilharmonieKulturcafé…
wo Stadtkultur erlebbar wird.

„WIR BLEIBEN ALLE*!“

Mittwoch 11.11.09 18:00 Uhr
Am Mönckebergbrunnen/Barkhof 1, 20095 Hamburg

Redebeiträge zu:
• Kulturkrise & Marke Hamburg
• Gängeviertel
• Recht auf Stadt
• Wohnraumkrise
• Freiräume

Bringt rote Laternen oder Kerzen mit – es ist Martinstag.
14 Uhr Workshop zum Mega-Laterne bauen im Gängeviertel.

Mit der Forderung nach „Recht auf Stadt“ solidarisieren wir uns mit Hamburger Initiativen wie No BNQ, Frappant, Rote Flora, Centro Sociale, GartenKunstNetz, Vorwerkstift, Rettet die Sternbrücke, Moorburgtrasse stoppen, Wasserturm-Ini, Kein IKEA, Zollhaus Elbtunnel, AKU-Wlhelmsburg, Mieterinitiative Elbtreppe, Hedonistische Internationale, Apfelbaum braucht Wurzelraum, u.v.a.

www.gaengeviertel.info
www.esregnetkaviar.de
www.rechtaufstadt.net

::: gentrifizierung und protest :::

Eine breite Front von Künstlern und Aktivisten wehrt sich in Hamburg gegen Luxusquartiere, Abriss von Altbauten und Vertreibung Unterprivilegierter aus dem Zentrum – selbst das Bürgertum hat sein Herz für Hausbesetzer entdeckt. Die Politik reagiert ratlos.

Weiter: Der Spiegel

::: investorenballett :::

Der Senat verhandelt derzeit nach Informationen der WELT intensiv mit der Bayerischen Bau und Immobilien Gruppe (BBIKG) über die Übernahme des Gängeviertels vom bisherigen Investor Hanzevast.BBIKG-Unternehmenssprecher Bernhard Taubenberger wollte die Verhandlungen nicht dementieren.“Gerüchte kommentieren wir grundsätzlich nicht“, ließ er wissen. Eine Sprecherin der Kulturbehörde sagte, die Gespräche liefen in „verschiedene Richtungen“.Wie berichtet, ließen bereits die kritischen Aussagen von Stadtentwicklungssenatorin Anja Hajduk (GAL) und Kultursenatorin Karin von Welck (parteilos) am Mittwoch in der Bürgerschaft eine Abkehr von Hanzevast vermuten.

Quelle: Die Welt

Inwieweit diese Baugruppe den maroden Investor Hanzevast vorgeschoben( bzw. diesem das Geld gegeben hat, damit dieser überhaupt Druck ausüben konnte) hat, um damit bei der Stadt ein Klima von ‚bloß schnell verkaufen, damit der Spuk ein Ende hat ‚ zu erreichen, wäre auch mal interessant zu wissen. Letztendlich deuten ja die völlig überzogenen Hanzevastforderungen schon darauf hin, das hier die Stadt nach Strich und Faden von diesen Investorengeiern über den Tisch gezogen wird… und dieses auch noch mit sich machen läßt.

::: klarstellung zu ’not in our name‘ :::

Ein weiterer Text:

Am 29. 11. haben wir im Gängeviertel ein Manifest vorgestellt, in dem
freie Kulturschaffende und Kreative Stellung zum Thema Gentrifzierung
und Stadtentwicklung beziehen. Über den massiven Support freuen wir
uns sehr. Aus den cirka 260 Erstunterzeichnerinnen und -unterzeichnern
sind mittlerweile über 2600 geworden – die Zahl der Unterstützer hat
sich in sechs Tagen verzehnfacht. Sehr in unserem Sinne ist, dass
längst nicht mehr nur Menschen mit kreativen Berufen unterzeichnen.
Schließlich haben wir unsere Rolle als „Kreative“ in Gentrifizierungs-
und Aufwertungsprozessen thematisiert, um zu sagen: Die Stadt gehört
allen. Wir beanspruchen keine hervorgehobene Stellung, wir kämpfen um
Freiräume nicht anders als andere Einwohnerinnen und Einwohner dieser
Stadt.

Deshalb halten wir es für notwendig, ein paar Missverständnissen
vorzubeugen, die von politischer und von Medienseite an uns
herangetragen werden. Das Manifest ist kein „Künstlermanifest“, kein
„Aufschrei“ oder Forderungskatalog von sich vernachlässigt fühlenden
Kreativen, die von Politikern an die Hand genommen werden möchten. Wir
machen keine Lobbyarbeit damit und verwahren uns gegen Versuche, uns
so zu interpretieren – mögen sie auch noch so wohlmeinend sein. All
das steht zwar in „Not In Our Name, Marke Hamburg“ bereits deutlich
drin, aber vielleicht muss man es nochmal und in Großbuchstaben sagen:
WIR WOLLEN KEINE GÜNSTIGEN ATELIERS ALS ALIBI EINER STADT, DIE NUR FÜR
DIE BESSERVERDIENENDEN DA IST.

Insbesondere die GAL scheint „Not In Our Name, Marke Hamburg“
aufgeschreckt zu haben. In gleich zwei Presseerklärungen zum Manifest
erklärt die GAL, sie begrüße unsere Kritik, weil sie „das Problem der
Gentrifizierung“ selbst „erkannt und benannt“ habe und „intensiv an
Antworten darauf“ arbeite. Ehrlich gesagt: Da lachen ja die Hühner.
Die GAL hat den Bau der Vattenfall-Fernwärmeleitung durch St. Pauli
und Altona durchgewunken und lässt den den dortigen Arme-Leute-Grünzug
auf Kosten „nicht zukunftsfähiger“ Sozialwohnungen aufschicken. Die
GAL unterstützt die Ansiedlung von Ikea in der Neuen Großen Bergstraße
massiv und sorgt damit dafür, dass die letzte Arme-Leute-Fußgängerzone
in der westlichen inneren Stadt verschwindet. Die GAL hat zwei Monate
lang zur Besetzung des Gängeviertels geschwiegen, um nach der Zahlung
durch den Investor zu vermelden, es länge jetzt „in seiner Hand zu
entscheiden, welche Zukunft die Kunstschaffenden im Viertel haben.“

Ein Wort noch zum Bürgermeister, der sich wünscht „dass diejenigen,
die das unterschrieben haben, sich vorher geäußert hätten“: Zum
Konzept der unternehmerischen Stadt und der Ideologie des
meistbietenden Verhökerns -in Hamburg eine Erfindung der SPD und
heute der ganze Stolz der CDU- gibt es seit vielen Jahren meterweise
kritische Artikel, Bücher und andere Publikationen. Eine
Literaturliste senden wir gerne zu.

Wer dem Manifest Forderungen ablauschen will, möge doch einfach die
Solidaritätserklärung mit den diversen Initiativen und der Recht-auf-
Stadt-Bewegung ernst nehmen, deren Forderungen wir uns zu eigen machen
– unter anderem: Keine Moorburg-Trasse! Gängeviertel selbstverwaltet!
Kein Ikea in Altona! BNQ stoppen! Bezahlbare Wohnungen überall in der
Stadt! Keine Privatisierung öffentlicher Räume! Keine Vertreibung von
Hartz- IV-EmpfängernInnen aus ihren Wohnungen! Freie Wohnortwahl für
Flüchtlinge!

Ted Gaier, Melissa Logan, Rocko Schamoni, Peter Lohmeyer, Tino
Hanekamp und Christoph Twickel für die „Not in Our Name, Marke
Hamburg“-Initiative