::: rollin’ rollin’ rollin’ :::
- Juni 14th Juni 2011
- vonlucither
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Artikel markiert ‘Hamburg, meine Perle’
Mit einem erklecklichen Schlafdefizit, stehle ich mich aus der malerischen Hinterhofwohnung von Frau M., meiner treuen Mäzenin und begebe mich um 5.45 Uhr auf den langen Weg nach Hamburg. Mit gewissem Befremden musste ich feststellen, das sich sämtliche CashGroup Geldautomaten der näheren Umgebung in SB-Bereichen befanden und erst um 7.00 Uhr öffneten. Somit fiel ein JunkFoodFrühstück aus
So leer wie die Ubahn ist nun mein Magen, nunja… Nicht ganz leer. Ein grummeliges Hungergefühl und das dazugehörige hitzige Temperament halten ihn besetzt. An der SB-tanke werden die Schurken geräumt, jawoll!
Eine typische Szene: ein auswärtiger( sprich Nicht-Paulianer) Besucher eines Rotlichtetablissements wird nach ausfälligen Bemerkungen gegenüber dem Personal an die Luft gesetzt und fängt dann an, ein Custersches Gefecht mit den Türstehern anzufangen…Mit dem vorhersagbaren Ende. Wie dämlich kann man sein? Diese Illustration von touristischer Ignoranz gegenüber ortsüblichen Gepflogenheiten erstaunt mich immer wieder. Wofür fahr ich denn auf die Reeperbahn, nur um auch in Hamburg mal das asoziale Ballermann-Feeling zu haben?
Da, trotz der Verteilung an die gesamte Tagespresse, dieser Brief nirgends auftaucht, so doch wenigstens hier:
Offener Brief des Sanierungsbeirats Altona-Altstadt zum IKEA-Fassadenwettbewerb
Sehr geehrte Damen und Herren,
der Sanierungsbeirat Altona-Altstadt hat die in den Medien verbreitete Entwicklung zum IKEA-Fassadenwettbewerb mit Sorge zur Kenntnis genommen, wonach sich die Jury nicht hat einigen können und drei ausgewählte Entwürfe der Wettbewerbsteilnehmer zur Nachbearbeitung zurück gereicht hat. Auch ohne nähere Informationen zu diesen betreffenden Entwürfen glauben wir aus die-ser Entwicklung den Schluss ziehen zu können, dass es sich um drei sehr unterschiedliche Vorschläge gehandelt haben muss. Wenn wir hierzu zwei weitere bekannte Tatsachen berücksichtigen, nämlich zum einen, dass IKEA selbst im Rahmen ihrer Antragsunterlagen zum Bauvorbescheidsverfahren eine Gestaltung des geplanten Gebäudes im klassischen IKEA-blau-gelb vorgelegt hat und zum anderen, dass IKEA in der Jury des Fassadenwettbewerbs mit nicht unerheblichem Stimmanteil vertreten ist, befürchtet der Sanierungsbeirat, dass eine solch massive Gebäudegestaltung in blau/gelb weiterhin ernsthaft erwogen wird. Der Sanierungsbeirat sieht sich deshalb dringend veranlasst, nochmals auf die von ihm hierzu unterbreiteten Kriterien und Forderungen hinzuweisen, wonach sich der Gebäu-dekomplex in den vorhandenen Stadtraum einfügen und die Fassadengestaltung den besonderen Anforderungen an die Lage in der zentralen Fußgängerzone in Altona genügen muss. Hierzu gehört:
- vor allem der strenge Verzicht auf die Verwendung der Farben Blau und Gelb zur Fassadengestaltung, resp. eine Beschränkung solcher Farbgebung auf Logo und Werbetafeln, welche allerdings auf ein unvermeidliches Mindestmaß zu reduzieren sind,
- eine großzügige Öffnung der Fassaden zur Großen Bergstraße und Altonaer Poststraße hin, wobei die Fassade zum Lawetzweg keine „Rückfassade“ eines Gewerbebaus werden darf,
- eine vertikale Gliederung, welche die im Bestand vorherrschende kleinteilige Fassadengestaltung aufnimmt und dem – wie sich IKEA selbst gern auszudrücken pflegt – „Klotz“ eine deutlich reduzierte Wucht und Dominanz gegenüber dem übrigen Straßenbild vermittelt.
- Schließlich ist nach Auffassung des Sanierungsbeirats und insoweit im Einklang mit der For-mulierung des Bürgerentscheides eine nachhaltige Materialwahl unverzichtbar, welche geeignet ist, die jetzige Situation aufzuwerten (ähnlich der baulichen Einfügung des Mercado).
Diese Kriterien bilden das Konzentrat der Mindestvorstellungen der in den Sanierungsbeirat einmün-denden vielfältigen Initiativen, Gewerbetreibenden, Anwohnern und Anwohnerinnen im Gebiet. Die Wahlberechtigten des Bezirks haben durch Bürgerentscheid die Ansiedlung von IKEA ausdrücklich im Hinblick auf erwartete Belebung und Attraktivitätszuwachs der Großen Bergstrasse befürwortet. Es wäre sowohl politisch, als auch im Sinne der von IKEA betriebenen Akzeptanzbemühungen eine fata-le Fehleinschätzung, dieses Votum als Zustimmung oder auch nur als Bereitschaft zur Hinnahme ei-ner gewerblichen Fassadenarchitektur misszudeuten, die der typischen Corporate-Identity klassi-scher IKEA-Bauten in den gewerblichen Außenbezirken auch nur entlehnt wäre. Eine blau/gelbe oder auch sonst massige Gebäudegestaltung wollen die Betroffenen in Altona-Altstadt ausdrücklich nicht.
Wir appellieren deshalb nochmals dringend an alle Akteure des Fassadenwettbewerbs, das erhebli-che Ablehnungspotential bei den Betroffenen gegenüber klassischer IKEA-Architektur zu respektieren und eine städtebaulich verträgliche Architektur im Sinne der genannten Kriterien zu realisieren.
Gez. Die Mitglieder des Sanierungsbeirats Altona-Altstadt
Mal ein paar Absurditäten der Stadtplanung: Wird augenscheinlich Zeit, das St. Pauli noch mehr Juppies( berlinerisch für: janz uffjeblasene Prallärsche) die Gelegenheit bieten soll, sich dort anzusiedeln. Nicht nur, das sich diese Gattung Anwohner durch eine verminderte soziale Intelligenz und geringen Integrationswillen auszeichnet,nein, Sie haben auch kein Interesse an gewachsener Kultur teilzunehmen. Dieser durch das wunderbare Wort ‘Gentrifizierung‘ ausgedrückte Prozeß soll nun hier statt schleichend, eher mit der Brechstange durchgesetzt werden. Zwar ist es wohl nicht möglich so einen Prozeß aufzuhalten(bisher scheint die Forschung das jedenfalls nicht herzugeben…aber man könnte ja mal ein neues Studienfeld schaffen). Sozialverträgliches Sanieren statt Planieren. Eine bestimmte Art von Investoren haben in St. Pauli nix zu suchen. Darum kein Bernhard Nocht Quartier!
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